Altes Rathaus

2012

Offener Brief vom 25.7.2012

Butzbacher Gruppen melden sich zu Wort
 
Mit Erstaunen haben die Altstadtfreunde Butzbach e.V. den Artikel zum „Alten Rathaus“ vom 18. Juli in der BZ zur Kenntnis genommen.
Mit diesem Herzstück des Butzbacher Marktplatzes fühlen sich viele Butzbacher seit jeher sehr verbunden.
Dies zeigte sich nicht zuletzt am Publikumsinteresse an den beiden „Tagen des offenen Denkmals“ in den Jahren 2009 und 2010.
Viele Besucher erfreuten sich an den besonderen Details, die dieses ehrwürdige Gebäude in sich birgt. Äußerst positiv aufgenommen wurde der geplante und inzwischen erfolgte Wiederaufbau des Nordtores aus Basalt. Ebenso begeisterte die Freilegung der historischen Wandmalereien an der Nordwand der Halle und im Ratsherrensaal, sowie die Planung, diese auch zukünftig in Zeitfenstern darzustellen.
Weitere Besonderheiten des Gebäudes sind die historische Treppe, deren Knarren ein Großteil der Butzbacher noch heute im Ohr hat, und der kunstvolle und farbenfrohe Terrazzoboden mit seinen Mosaikeinlagen.
Auch die ehemalige Nutzung des Hauses weckte viele Erinnerungen an eine erlebte Trauung, eine Audienz beim Bürgermeister, oder das Warten an der Stadtkasse auf der Galerie. Die offene mittelalterliche Halle mit ihrem großen Kronleuchter konnte man von diesem Standort aus besonders gut erleben.


Ein wahres Schmuckstück des Rathauses ist – wie nicht nur den Magisträtern bekannt – der Ratsherrensaal im 2. Obergeschoss. Als ehemalige Synagoge genutzt, barg dieser Saal viele Geheimnisse. Unter anderem entdeckte man hier ein Becken aus Naturstein mit noch unbestimmter historischer Gebrauchsweise und einen nebenliegenden Abort, eine vergangene „Butzbacher Heimlichkeit“, ähnlich derer, die als letzte ihrer Art jetzt in der Guldengasse abgebaut werden soll.
Der Erhalt dieser Kleinode ist glücklicherweise auch einigen kulturhistorisch verantwortungsbewußten Bürgern ein geldwertes Anliegen. Neben einer großzügigen Privatspende zur Sanierung des Ratsherrensaales fanden sich in der „Markthalle“ am Denkmaltag 2010 auch die „Bürger für das Butzbacher Rathaus“ zusammen, die gerne weiterhin für den Erhalt und Wiedereinbau der Rathaus-Schätze wie Terrazzo und Galerieaufgang Spenden sammeln.
Diese Bürger hoffen sehr, dass die Entscheidungsträger sich noch einmal bemühen mögen, die Bürgerinitiative zum Erhalt dieser unserer Stadtkultur zukünftig zu unterstützen und die Nachhaltigkeit ihres Anliegens zu erkennen.
Der Umbau der Halle zugunsten einer Wartezone für eine Zulassungsstelle, die sich durch Onlinedienste voraussichtlich in wenigen Jahren selbst überholt hat oder den Einbau einer Verglasung, die neben hohen Kosten auch eine befremdliche Atmosphäre erwirkt, erscheint vielen doch äußerst fragwürdig.

Getreu dem Motto "Ich steh' nicht nur der Stadt zur Zier ..." wäre es durchaus wünschenswert neben dem altbekannten Fassadenspruch auch die kontrastreiche und bisher gewohnte elegante Farbgebung des Fachwerks beizubehalten.

Es grüßen die Altstadtfreunde Butzbach mit himmelblauen Wünschen!

2011

Das historische Butzbacher Rathaus aus dem Jahr 1562 steht an der Nordseite des Marktplatzes. Über Jahrhunderte diente es in erster Linie als Sitz der Stadtverwaltung. Mehrmals umgebaut und erweitert, hatte es mit Beginn des 21.Jahrhunderts dennoch ausgedient. Dem hart erkämpften Umzug der Stadtverwaltung in das Landgrafenschloss im Jahr 2002 folgten heftige Diskussionen zur weiteren Verwendung des nun "Alten" Rathauses. Seit Ende 2010 steht endlich das Nutzungskonzept und die Sanierung geht weiter...
 
Voraussichtlich ist es im Herbst 2012 so weit, dass nach Jahren des Umbaus das Innere kaum wieder zu erkennen sein wird. Die häufigen Aus-, Um- und Ein- bauten der letzten 200 Jahre waren wiederholt unfachmännisch erfolgt. Die Statik war massiv gestört. Das Dach wurde nur noch notdürftig von dicken Eisen zusammen gehalten!
 
Das ist glücklicherweise inzwischen "Geschichte", die umfassende statisch-konstruktive Sanierung ist fast abgeschlossen. Die drückende Enge der letzten Jahrhunderte weicht einem sowohl funktionalen als auch denkmalgerechten Ausbau. Unter Anderem wird die Galerie geöffnet und die ursprüngliche Größe der Halle erlebbar.


Der historische Ratsherrensaal mit seinen Wandmalereien aus dem 16.Jahrhundert wird für Vorträge, Privatfeiern und Ausstellungen zur Verfügung gestellt.


Modernes Leben wird in die historische Substanz Einzug halten. Die Institutionen, die den meisten Kontakt mit dem Bürger haben, werden die neuen Räume beziehen. Die wichtigste Schnittstelle zur

Stadtverwaltung, das Bürgerbüro, ist hier an erster
Stelle zu nennen. Auch die Touristen-Information,die Wohnungsgesellschaft, die LSB u.a.m. finden ihr Domizil am ersten Platz der Stadt: dem Marktplatz.
 
 
Dann gilt wieder der vielzitierte Spruch der die Außenfassade des Alten Rathauses ziehrt:

"Ich steh' nicht nur der Stadt zur Zier,
der Bürger Wohl ist Höchstes mir!"

 

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